Brent- und WTI-Strategien für diverse Anlagehorizonte

Anleger, die das aktuelle Niveau beim Rohöl zum Einstieg nutzen möchten, sollten die Form der Terminkurve kennen, denn diese kann die Performance beeinflussen. Im Gegensatz zu Financial Futures (wie etwa DAX-Future) spiegeln lieferbare Rohstoff-Futures nämlich eine Erwartung wider. Bei mit der Laufzeit ansteigenden Futures-Preisen spricht man von Contango, bei fallenden von Backwardation. Derzeit sind die Preise bis etwa Anfang 2021 in Backwardation, danach im Contango.

Erwartung: kurzfristig steigende Ölpreise, offensive Positionierung

Der nächstfällige Futures-Kontrakt reagiert meist am sensibelsten auf Nachrichten. Wer also kurzfristig steigende Kurse erwartet, setzt auf einen ETC der BNP Paribas, der diesen Kontrakt in Euro abbildet (ISIN DE000PS701L2 für Brent; DE000PS7WT17 für WTI, Verwaltungsentgelt 0,9 Prozent p.a.). Hält man die Position über die Fälligkeit eines Futures hinaus, dann „rollt“ das Produkt automatisch – aktuell wird also der „teurere“ Oktober-Kontrakt verkauft und der „günstigere“ November gekauft. Eine kontinuierliche Backwardation führt also bereits bei konstanten Ölpreisen zu (Roll-)Gewinnen.

Erwartung: seitwärts bis Oktober / November, defensive Positionierung  

Wer kurzfristig auch moderat sinkende Notierungen für möglich hält, greift zu einem Discount-Zertifikat mit einem Basispreis „im Geld“. Die Produkte der Société Générale auf Brent (ISIN DE000ST9D5N6, Cap 54 US-Dollar, Bewertungstag 28.10.2019) und auf WTI (ISIN DE000ST9D3J9, Cap 50 US-Dollar, Bewertungstag 15.11.2019) sind direkt auf die entsprechende Futures-Fälligkeit bezogen und kommen daher ohne Roll-Transaktionen aus. Beide Produkten bieten einen Sicherheitspuffer von gut 10 Prozent und eine Maximal- und Seitwärtsrendite von über 18 Prozent p.a.

Strategie: mittel- bis langfristige Portfolio-Beimischung 

Für mittel- und langfristige Investoren gibt es rolloptimierte ETCs (ISIN DE000PB6R1B1 für Brent, DE000PB6R1W7 für WTI, Verwaltungsentgelt 1 Prozent p.a) – diese investieren nicht nur in den sog. „Front Month“, sondern in eine gewichtete Auswahl liquider Futures sämtlicher Fälligkeiten. Damit werden die Auswirkungen der „Rolle“ verringert, die Reagibilität ist allerdings auch geringer.

ZertifikateReport-Fazit: Da Öl-Futures in US-Dollar abgerechnet werden, tragen Anleger bei allen in Euro notierenden Produkten ein Wechselkursrisiko (sofern sie ohne Quanto-Wechselkurssicherung begeben wurden): Dieses besteht in der Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar. Die ETCs der BNP sind im Gegensatz zu Zertifikaten besichert und daher ohne Emittentenrisiko investierbar.

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Öl oder von Anlageprodukten auf Öl-Aktien dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Autor: Thorsten Welgen

Quelle: zertifikatereport.de

Veröffentlicht am 16.08.2019 um 06:47 Uhr.

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