Brent- und WTI-ETCs – Rohöl für alle Anlagehorizonte  

Seit den Tiefständen Anfang 2016 konnten sowohl Brent (ISIN: XC0009677409) als auch WTI (ISIN: XC000A0G9CM8) kontinuierlich zulegen, bis sie Anfang Oktober dieses Jahres auf 85 bzw. 76 US-Dollar handelten. Doch in den letzten sechs Wochen verloren beide Ölsorten jeweils etwa 25 US-Dollar (!) und damit mehr als die Performance der letzten zwölf Monate. Wer das aktuelle Niveau zum Einstieg nutzen will, kann dafür Exchange Traded Commodities (ETCs) nutzen – aufgrund der Besonderheiten des zugrundeliegenden Futures-Marktes lohnt sich ein Blick auf das differenzierte Angebot. Denn bei allen physisch lieferbaren Rohstoff-Futures sollten Investoren die Gestalt der Terminkurve kennen: Entweder steigen die Preise der einzelnen Futures-Fälligkeiten mit ihrer Laufzeit an (Contango) oder die Preise fallen in den längeren Laufzeiten (Backwardation). Im Gegensatz zu Financial Futures (wie etwa dem DAX-Future) spiegeln Rohstoff-Futures also sehr wohl eine Markterwartung für die jeweilige Fälligkeit wider – ob diese aber tatsächlich eintritt, ist jedoch ebenso ungewiss.

Szenario: kurzfristige Aufwärtsbewegung  

Der nächstfällige Futures-Kontrakt reagiert oftmals am stärksten auf preisbeeinflussende Faktoren. Wer etwa von einer rapiden Preiserholung ausgeht, könnte auf einen ETC setzen, der schlicht den Preis des nächstfälligen Kontrakts abbildet (ISIN DE000PS701L2 für Brent Crude Oil; DE000PS7WT17 für WTI, Verwaltungsentgelt 0,9 Prozent p.a.). Kurz vor Fälligkeit eines Futures „rollt“ das Produkt automatisch – verkauft also etwa den Dezember-Kontrakt und kauft dafür den Januar. In einem Contango-Markt bedeutet dies, dass aus dem Verkauf des alten Kontrakts weniger Geld erlöst wird als für den Kauf des neuen nötig ist – der Ölpreis muss also schon steigen, nur um die Rollkosten einzuspielen. In einem Backwardation-Markt erzielt man dagegen bereits mit konstantem Preisniveau Gewinne.

Szenario: mittel- bis langfristige Aufwärtsbewegung oder strategische Beimischung  

Wer längerfristig investiert, könnte auf die rolloptimierten Varianten setzen (ISIN DE000PB6R1B1 für Brent, DE000PB6R1W7 für WTI, Verwaltungsentgelt 1 Prozent p.a). Hier investieren Anleger nicht nur in den nächsten Futures-Kontrakt, sondern in eine repräsentative und liquide Auswahl aus allen Fälligkeiten. Das reduziert die Auswirkungen der Terminkurve und die Rolltransaktionen.

ZertifikateReport-Fazit: Die ETCs ermöglichen Anlegern einen einfachen, liquiden und transparenten Zugang zum Ölmarkt. Da Öl-Futures weltweit in US-Dollar abgerechnet werden, die Produkte aber in Euro notieren, tragen Anleger ein Wechselkursrisiko, das in der Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar besteht. Alle ETCs der BNP sind besichert; das bei Zertifikaten übliche Emittentenrisiko entfällt damit.

Autor: Thorsten Welgen

Quelle: zertifikatereport.de

Veröffentlicht am 28.11.2018 um 06:43 Uhr.

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